KVH oder BSH – Welches Bauholz passt zu meinem Projekt?
Die Wahl zwischen Konstruktionsvollholz (KVH) und Brettschichtholz (BSH) richtet sich vor allem nach den Anforderungen des konkreten Bauteils. Nutzung, Lasten, Spannweite, Querschnitt, Anschlüsse und Sichtanforderungen müssen zusammengedacht werden. Die Produktbezeichnung allein beantwortet nicht, welche Variante baulich geeignet ist.
Unterschiede der Holzprodukte
Konstruktionsvollholz besteht aus sortiertem und technisch getrocknetem Vollholz. Bei keilgezinktem KVH werden Vollholzabschnitte an ihren Enden über ineinandergreifende, verklebte Zinken längs verbunden. Dadurch entstehen längere Bauteile; mehrere Schichten werden dabei nicht übereinander verklebt. Brettschichtholz besteht aus mehreren getrockneten Holzlamellen, die mit gleichgerichteter Faser übereinander verklebt sind. Dieser Aufbau ermöglicht größere und geformte Querschnitte.
Wann KVH infrage kommt
KVH kann sinnvoll sein, wenn die geplante Konstruktion mit einem Vollholzprodukt und dem verfügbaren Querschnitt umgesetzt werden kann. Ob es technisch ausreicht, hängt jedoch von den erforderlichen Festigkeiten, der zu erwartenden Verformung, der Nutzung und den Anschlüssen ab. Die sichtbare Oberfläche sollte ausdrücklich festgelegt werden, da die Produktbezeichnung die gewünschte Optik nicht vollständig beschreibt.
Wann BSH infrage kommt
BSH ist besonders interessant, wenn aus dem Lamellenaufbau größere oder geformte Querschnitte benötigt werden. Auch bei der Gestaltung sichtbarer Bauteile kann die unterschiedliche Oberflächenwirkung eine Rolle spielen. Auch hier gilt: Aus dem Aufbau allein folgt keine Aussage darüber, welche Festigkeit oder Tragfähigkeit für ein bestimmtes Bauteil erforderlich sind.
Fünf Angaben für eine belastbare Auswahl
Für die weitere Bewertung sollten mindestens folgende Angaben vorliegen: Erstens die ständigen und veränderlichen Lasten, zweitens die Spannweite bis zum nächsten Auflager, drittens die gewünschte Bauteilhöhe und -breite, viertens die geplante Nutzung samt vorhandenen Auflagern und Anschlüssen sowie fünftens die Anforderungen an die sichtbare Oberfläche. Eine Nutzungsbeschreibung ist ein erster Hinweis, ersetzt aber keine Lastberechnung.
Entscheidung in der Praxis
Stellen Sie zuerst die Anforderungen des Bauteils zusammen und vergleichen Sie danach die Produktvarianten. KVH ist der näherliegende Ausgangspunkt, wenn ein Vollholzquerschnitt vorgesehen ist. BSH rückt in den Fokus, wenn größere oder geformte Querschnitte verlangt werden oder der Lamellenaufbau die Umsetzung erleichtert. Die endgültige Auswahl muss anschließend für das konkrete Bauteil geprüft werden; sie sollte nicht allein nach dem Produktnamen getroffen werden.